Metamorphosis (19 Kapitel)

Hier der Hauptcharakter meiner Geschichte. Ihr Name ist Keyla.

ACHTUNG: Die Zeichnung stammt nicht von mir, sondern von einer Freundin ==> http://silvernight-chan.deviantart.com/gallery/?offset=24#/d3adjkl

Sie bsesitzt die Rechte an dem Bild ^^

 

 

Diese Bild stammt von mir. Es ist meine Vorstellung von Keyla, der Hauptfigur ^^

Ich hoffe es gefällt euch ^^

Kapitel 1: Von knarrenden Dielen und Geheimagenten

Entspannt lag Keyla auf ihrem Bett in ihrem Zimmer. Gedankenverloren sah sie an die Decke. Bald würde Mutter nach Hause kommen. Sie hatte schon wieder eine 5 in Mathe bekommen, wie sollte sie das bloß ihrer Mutter beibringen? Keyla  spielte mit dem Gedanken es ihr gar nicht zu sagen, aber würde die Lehrerin keine Unterschrift bekommen würde sie anrufen und das würde alles nur noch schlimmer machen. Sie stand auf und beschloss, weiter darüber nachzudenken, wenn es soweit war.  Langsam ging sie in Richtung des kleinen Flachbildfernsehers, der in ihrem Zimmer stand.  Sie drückten den „On-Knopf“ und das Gerät schaltete sich flackernd ein.  Als sie sich eine Weile mit dem Fernsehprogramm beschäftigt hatte und dabei war, das Gerät wieder auszuschalten hörte sie Schritte von unten. Ihre Mutter musste nach Hause gekommen sein. Endlich! Jetzt musste sie zwar ihre 5 in Mathe beichten, aber die Langeweile hatte ein Ende.

Zügig ging sie die Treppe herunter und blieb abrupt stehen, als sie in dem kleinen Flur nicht ihre Mutter, sondern 3 fremde Männer in schwarzen Abzügen stehen sah.  Zum Glück hatte sie -wie immer- keine Hausschuhe angezogen und war so vollkommen lautlos die Treppe herunter gekommen. Nun  stand sie direkt hinter den Männern, die glücklicherweise in die andere Richtung sahen. Als Keyla sich wieder gefangen hatte ging sie ein Stück die Treppe herauf. Zurück in die Richtung, aus der sie gekommen war. „Okay John, du suchst mit Kyle oben und ich werde mit Kate hier unten bleiben" Kate? Es gab noch einen vierten und es war eine Frau? Keyla hatte gerade nur 3 Männer erkennen können, aber darüber konnte sie später auch noch nachdenken, denn nun kamen zwei kräftige, breitschultrige Männer  auf sie zu. John und Kyle vermutete sie.
Schnell zog sie sich weiter die Treppe hinauf zurück, bis sie oben angekommen war. Dort ließ sie sich auf die Knie sinken und kroch nun weiter.  Wäre es Hell gewesen, hätten die beiden sie sofort entdeckt. Zu ihrem großen Glück war es dunkel und sie trug eine dunkelblaue Jeans und eine schwarze Kapuzenjacke. Ihr Atem hallte so laut wie ein tosender Sturm in ihren Ohren, obwohl sie bereits so flach atmete, wie es ging, ohne zu ersticken. Ihr Herz raste und sie konnte das Blut durch ihre Adern rauschen hören.  Die beiden Männer waren nun die Hälfte der Treppe hinauf. Schnell, und so leise wie sie nur konnte kroch Keyla durch die Tür in ihr Zimmer, wo sie sich in einem Spalt zwischen ihrem Kleiderschrank und der Wand, der gerade groß genug war, dass sie sich quer hineinzwängen konnte, versteckte. Früher, als kleines Mädchen hatte sie sich oft hier versteckte, doch nun war sie 16 und fast ausgewachsen. Es war so eng, dass sie Kaum noch Luft bekam, aber sie hatte keine andere Wahl. Nun  konnte sie nur hoffen, dass die Männer sie nicht finden würden, denn wenn das geschah hatte sie auch keine Möglichkeit mehr zu flüchten. Der Spalt war gleichermaßen ein Versteck, wie auch ein Gefängnis.  

Sie hörte das leise Geräusch der Dielen, wenn jemand ihr Zimmer betrat und wagte kaum zu atmen. Nur wenige Zentimeter neben ihr stand nun einer der beiden. Er ging durch das Zimmer und war schon wieder auf den Flur heraus getreten, als Keyla ihr Gewicht nur ein winziges Stück verlagerte gab die Diele ein knackendes Geräusch von sich, das in ihren Ohren unendlich laut klang. Ihr Herz zog sich erschrocken zusammen und schlug dann noch schneller weiter.  Allarmiert drehte sich der Fremde um und leuchtet mit seiner Taschenlampe direkt in ihr Gesicht. Im selben Moment entfuhr ihr ein erschrockenes Keuchen. Das grelle Licht blendete sie und sie kniff die Augen zusammen. „Ich hab sie gefunden“ rief der Mann seinen Gefährten zu.

Kapitel 2: Kopfschmerzen und blaue Flecke

Keyla wachte in einem fahrenden Auto auf. Ihre Hände und Füße waren mit einfachen Seilen zusammengebunden und sie lag quer auf dem Rücksitz des Autos.  Schreckliche Kopfschmerzen quälten sie und verhinderten, dass sie klar denken konnte. Ihre Kapuzenjacke war ihr ausgezogen worden, so dass sie jetzt nur noch in dem einfachen dunkelblauen Top dalag, dass sie darunter getragen hatte. Als sie an sich herunter sah konnte sie große blaue Flecken daran erkennen. Was war bloß geschehen? Das letzte, woran sich Keyla erinnerte war das blendende Licht der Taschenlampe, als einer der Männer sie entdeckt hatte. Genau dieser Mann saß nun schräg gegenüber von ihr auf dem Fahrersitz und konzentrierte sich auf die Straße. Die 16-jährige versuchte noch immer angestrengt sich zu erinnern, was geschehen war, als das Auto, in dem sie lag scharf um die Ecke bog. Mit aller Kraft verlagerte sie ihr Gewicht, sonst wäre sie von der Sitzfläche gefallen. Dabei entfuhr ihr einen leises Stöhnen. Der Mann, der auf dem Beifahrersitz saß drehte sich alarmiert um und Keyla kniff instinktiv die Augen zusammen. Ihre innere Stimme sagte ihr, dass es besser für sie wäre, wenn die Männer denken sie sei noch bewusstlos.

Nach einer Weile sagte der Fahrer „Endlich haben wir sie“, „Ja“, erwiderte der Andere, „aber weißt du, was die mit ihr vor haben?“  „Nein ich hab´ keine Ahnung und es ist mir ehrlichgesagt auch egal, solange ich mein Geld dafür bekomme.“ Der Fahrer wandte den Blick kurz von der Straße ab und sah streng den Beifahrer an. „Wenn du ein schlechtes Gewissen bekommst fliegst du hier raus John! Du wusstest, was auf dich zu kommen würde!“ Der Mann, der John sein musste antwortete nicht, sondern sah nur beschämt auf den Boden. Nach einer Weile versuchte er es jedoch nochmal: „Bist du nicht wenigstens ein bisschen  neugierig, was mit ihr geschieht, Kyle? Ich meine, was wollen die mit einem KIND?“ „Halt´ die Klappe John!“, beendete Kyle die Diskussion und sein Ton ließ keine wiederrede zu.

So zog sich die Zeit dahin wie ein Gummiband und Keyla hätte nicht sagen können, ob sie nur wenige Minuten oder ganze Stunden gefahren waren. Als der Wagen endlich hielt wusste sie nicht, ob sie sich darüber freuen sollte oder lieber nicht. Nach dem Gespräch zwischen den beiden Männern hatte sie noch mehr Angst bekommen. Wer waren SIE, und was wollten sie von ihr? Keyla hatte nie in ihrem Leben auch nur die kleinste  Kleinigkeit verbrochen und sie war erst 16! Kyle riss die Tür auf und holte sie damit aus ihren Gedanken. Erschrocken sah sie den Mann an. Er hatte breite Schultern und war mindestens 1,80m groß. Es hatte keinen Zweck sich zu wehren also ließ sie sich unsanft aus dem Wagen ziehen -selbst gehen konnte sie ja dank ihrer Fesseln nicht- und schlug unsanft mit den Füßen auf dem Boden auf. „Ah, das Prinzesschen ist wach“, sagte Kyle spöttisch und zog sie an den Armen in die Höhe, so dass sie stehen konnte. Dann machte er ihre Fußfesseln los. Er hatte wohl keine Lust, sie den ganzen Weg zu tragen oder, was sogar noch wahrscheinlicher gewesen wäre,  hinter sich her zu ziehen.

Stumm folgte sie den Männern. Sie überlegte zu flüchten, verwarf den Gedanken jedoch sofort wieder. Mit ihren auf dem Rücken zusammengebundenen Armen war sie viel zu langsam. Vermutlich würde sie das Gleichgewicht verlieren und zu ihren Hämmernden Kopfschmerzen und den blauen Flecken würden sich noch ein paar schmerzhafte Schrammen gesellen. Sie gingen über einen großen Platz, der nur aus hellem Beton bestand. Nach wenigen Minuten hielten sie vor einem Gebäude, das aus weißem Stein bestand. Eigentlich war es nicht mehr als ein gigantisches Rechteck. Die Decke war zwar flach und  bot nur Platz für ein Geschoss, soweit Keyla das einschätzen konnte, aber seine Maße in Länge und Breite waren riesig. Um das Gebäude herum zog sich ein mindestens genauso großer Metallzaun, an dessen einem Pfeiler ein Gelber Kasten Prangte. Darauf war ein schwarzes Dreieck mit einem Blitz zu sehen. Der Zaun stand unter Strom! Am oberen Ende schlängelte sich Stacheldraht, wie eine gefährlich Schlange entlang und Keyla vermutete, dass die unteren Enden des Zauns bis tief in den Boden reichten.

Sie betraten den Trakt durch ein großes Tor, dass Sie gar nicht erkannt hätte, wäre es nicht aufgeschwungen als Kyle seinen Finger auf den Scanner hielt. Ein grüner Laserstrahl verglich den Fingerabdruck mit den Daten, dann leuchtet in grünen Buchstaben „WILLKOMMEN“ auf. Was geschah nur in diesem Gebäude, dass es so scharf umzäunt und bewacht war? Keyla konnte auf dem Dach unzählige Schützen erkennen, die mit ihren Waffen auf sie zielten oder die Tür zu dem Gebäude im Auge behielten. Ihr Herz tat einen angstvollen Sprung. Gott sei Dank hatten sie den „Hof“ mit wenigen Schritten passiert und Kamen an einer massiven Stahltür an. Wieder Hielt Kyle seinen Finger daran und die Tür schwang mühelos auf. Die Drei traten herein.

Kapitel 3: Endlose Gänge

Kyle schubste Keyla als erste durch die offenstehende  Stahltür. Sie musste mindestens 30 cm dick
sein. Dahinter erkannte sie einen langen Flur. Er war mit weißen Fliesen bedeckt, von denen einige schon in der Mitte gesprungen waren. Auch die Wände waren weiß Tapeziert und helles Neonlicht blendete sie. Schützend kniff sie die Augenzusammen, bis sie sich an das grelle Licht gewöhnt hatte. Hinter ihr traten John und Kyle ein und verschlossen die Tür. Keyla hatte ein unwohles Gefühl. Irgendwie erinnerte sie das Ganze ein bisschen an ein Krankenhaus, mit dem Unterschied, dass in einem Krankenhaus freundliche Schwestern an einem vorübergingen und Fenster und Wände mit fröhlichen Motiven verziert waren, um den Patienten ein schöneres Umfeld zu bieten.
Hier jedoch gab es keine Fenster, nur  die weißen Fliesen, nackte, weiße Wände und aller paar Meter eine Türe rechts und links, die natürlich auch weiß war. Das Gebäude wirkte auf eine schwer zu beschreibende Art tot und fremd. Keyla wurde durch weitere Flure geführt. Überall das Selbe, weiße Wände, weiße Türen, weiße Tapete. Das Gebäude bestand aus einem gigantischen Labyrinth aus monotonem Weiß.  Schon nach wenigen Biegungen wusste Sie nicht mehr wo sie waren und wo der Ausgang war. Nach einer gefühlten Ewigkeit blieben sie in einem der unzähligen Flure vor einer der noch häufiger vertretenen Türen stehen. John klopfte und sagte vorsichtig: „John Parker und Kyle Miller, wir bringen das Mädchen“ Das Geräusch eines sich im Schlüsselloch herumdrehenden Schlüssels war zu hören und kurz darauf schwang die Tür auf.

Ein alter Mann stand dahinter und musterte Keyla interessiert von oben bis unten. Seine Augen schienen durch die dicke Hornbrille über jeden Zentimeter ihres Körpers zu gleiten und er hatte diesen leicht irren Blick, der es ihr kalt den Rücken herunterlaufen ließ. Sie fühlte sich wie Vieh, dass man vor dem Schlachten musterte, ob es auch fett genug war und ihr Magen zog sich angstvoll zusammen. Was hatte dieser Mann nur vor? John schob sie in das Zimmer und trat dann auch hinein. Kyle blieb draußen vor der Tür stehen.

„Hier ist sie.  Darf man fragen, was sie mit ihr vor haben?“, fragte John zwar interessiert aber ohne Hoffnung, dass er eine Antwort bekommen würde und dies geschah auch. Der Alte sah ihn nur schweigend an und wandte sich dann an Keyla. Langsam öffnete er ihre Fesseln und ihr Hertz begann schneller zu schlagen. „Keyla, nicht wahr?“, fragte er und seine Stimme klang unerwartet freundlich. Trotzdem lief ihr ein kalter Schauer über den Rücken. Er war ein Heuchler, das erkannte sie sofort. Seine Stimme war zu freundlich. „J..Ja“, sagte sie stockend, „woher wissen sie das?“ „Das muss dich nicht interessieren“, sagte der Alte in nun schon kälterem Ton, „mein Name ist Professor Friz und es freut mich dich kennen zu lernen“ Wieder diese geheuchelte Freundlichkeit und das gekünstelte Lächeln. „Was wollt ihr von mir?“, fragte Keyla, die nun etwas Mut gefasst hatte. „Das wirst du schon noch früh genug erfahren!“ Friz´ Lächeln wechselte nun von gekünstelt in böse und erwartungsvoll und das bisschen Mut, dass sich in Keyla angesammelt hatte verlosch, wie eine Kerze, die man ausblies. „Komm mit“, sagte der Professor  und ging zur Tür. Sie folgte ihm. Auf dem Flur, wo noch immer Kyle wartete standen nun 2 Männer in weißen Kitteln. Friz wies John und Kyle an zu verschwinden. Dann irrten sie durch weitere Flure. Professor Friz voraus und Keyla hinterher, flankiert von den 2 Männern in den weißen Kitteln. Zum gefühlt hundertsten Mal bogen sie um die Ecke… wieder nur eine Weggabelung. Sie bogen Rechts ab. Dieser Flur war jedoch anders, als die anderen. Er hatte ein Ende und an diesem Ende war eine Tür zu sehen.  Der Professor schien sie genau zu dieser Tür zu bringen.  Was sich wohl dahinter verbarg? Keyla war neugierig und ängstlich zugleich, war sich jedoch nicht sicher, ob sie wissen wollte, was sich dahinter verbarg.

 

Kapitel 4: Fremde Substanzen

Der Professor gab einen Zahlencode in die Schalttafel ein, die neben der Tür in die Wand eingelassen war. Seine Finger glitten so schnell über die Tasten, dass Keyla nicht eine einzige Zahl erkennen konnte, die er eingab. Der Code war sehr lang und sie glaubte schon, dass die Tür nie aufgehen würde, doch dann war Friz endlich fertig und die Tür schwang auf.

Zuerst konnte Keyla nichts erkennen, da es Ausnahmsweise mal kein weißer Raum war. Im Gegenteil die Wände waren schwarz gestrichen und warmes, rotes Licht strahlte auf eine Art „Bett“ da wo Arme und Beine liegen sollten waren lederne, braune Schnallen angebracht und sie ahnte Schreckliches. Gegen ihre Vermutung jedoch wurde Keyla durch eine weitere Tür geführt, die sie erst nach genauerem Hinsehen erkennen konnte. Sie war perfekt in die Wand integriert und die kleinen Spalte, die sie davon trennten waren kaum einen halben Millimeter breit. Der „Knauf“ erinnerte an einen Nagel, der in die Wand geschlagen wurde. Kein Mensch hätte sich Gedanken darüber gemacht wozu. Es wäre halt ein Nagel gewesen, aber das war es nicht. Es war ein Türknauf, den einer der beiden Wissenschaftler, die sie bis jetzt flankiert hatten öffnete und ihr und dem Professor den Vortritt ließ.  

Auch dieser Raum war schwarz und wurde nur von rotem Licht erhellt. Keyla konnte viele wissenschaftliche Geräte erkennen, von denen ihr nur eines bekannt war: ein Laptop. Davor stand ein typischer drehbarer Schreibtischstuhl, über dessen Lehne ein Stethoskop hing. In den großen Schränken, die außer der Tür den gesamten Raum entlang der Wand einnahmen, erkannte sie noch einige weiter Geräte, die sie von ihrem Hausarzt oder aus dem Krankenheus kannte. Die Fächer in den Schränken waren offen und so erkannte sie kleine Fläschchen mit Flüssigkeiten darin, deren Namen sie noch nie zuvor gehört hatte. In einem anderen Schrank waren Spritzen in unterschiedlichen Größen, Kanülen mit Schläuchen, die zu kleinen Injektionsbeuteln führten, Skalpelle, Scheren, kleine, stählerne Hämmer und andere Geräte, über deren Bedeutung sie lieber nicht so genau nachdachte.  

Mühsam riss sie ihren Blick los, als sie ihren Namen vernahm. Der Professor sah sie etwas genervt an. Er musste ihren Namen schon mehrere Male gerufen haben, bevor sie reagiert hatte. „Setzt dich doch bitte da hin“, sagte er mit verkniffener Ungeduld und wies auf einen einfachen Stuhl, der in der Ecke vor 2 der Großen Schränke stand.  Keyla tat wiederwillig, was ihr gesagt wurde. Sie wollte endlich wissen, was dieser komische Professor von ihr wollte. Dieser ging unterdessen zu dem Schrank mit den Fläschchen. Sein irrer Blick schweifte über die Anzahl unterschiedlicher chemischer Verbindungen, mit denen die Gefäße beschriftet waren. Keyla war immer gut in Chemie gewesen, doch keines der Elemente, die auf den kleinen Papierfetzen standen sagte ihr etwas. Entschlossen zog Friz nun ein Fläschchen heraus und nahm dann eine -wenigstens kleine- Spritze aus einem anderen Fach. Er setzte die Spitze an die Mündung des Gefäßes und zog die Flüssigkeit in den durchsichtigen Hohlraum, des verhassten Utensils. Dann kam er damit auf Keyla zu und sagte: „keine Angst, das ist nur ein Beruhigungsmittel. Du solltest jetzt erst mal schlafen und es wird dir dabei helfen.“

Ihre Augen wurden groß und sie betrachtete panisch die dünne Nadel, di immer näher auf ihre Haut zukam. Sie hasste Spritzen, besonders wenn sie nicht wusste, was darin war. Schnell versuchte sie aufzustehen aber die beiden Wissenschaftler, die natürlich auch in dem Raum waren -Keyla hatte sie für den Augenblick total vergessen- hielten sie sofort fest. Ein schmerzvolles Wimmern trat aus ihrer Kehle, als einer der beiden mit festem Griff direkt auf einen ihrer zahlreichen blauen Flecken drückte und der Schmerz unter ihrer Haut explodierte.  „Sei vorsichtig!“, herrschte der Professor den Mann an. „Sie darf nicht zu viel Stress ausgesetzt werden, sonst funktioniert es nicht!“ Was funktionierte sonst nicht? Nun brach wirklich Panik in ihr aus. Was geschah jetzt nur mit ihr? Ihr Herz begann wieder zu rasen, doch dieser Zustand hielt nicht lange an, denn schon war der Professor bei ihr und stieß unsanft die Spritze direkt in ihre Vene. Keyla verspürte ein schmerzhaftes Ziepen, dann war es vorüber.

Nach wenigen Sekunden verschwamm das Labor um sie herum zu schlierigen Schemen. Das Rot wirkte auf sie nun noch intensiver als zuvor. Der Professor sagte etwas zu ihr doch seine Stimme klang seltsam verzerrt und sie konnte nicht verstehen was er sagte. Es kam Keyla vor, wie aus einer anderen Sprache. Bunte Flecken tanzten nun vor ihrem inneren Auge. Dann begann sie zu halluzinieren. Der Professor war plötzlich doppelt so groß wie zuvor und hatte lange Klauen und Reißzähne. Sie wollte davonlaufen, zappelte wild, wie ein Huhn auf der Schlachtbank und versuchte sich zu befreien. Immer heftiger begann die Wirklichkeit zu verschwimmen und im Gegenzug versuchte sie immer stärker sich zu befreien, doch es gelang ihr einfach nicht. Sie wollte nachdenken, über einen Fluchtplan, doch ihre Gedanken zerflossen sobald sie sie dachte und verschmolzen zu einem Brei, den sie selbst nichtmehr verstand. Plötzlich hatte Keyla schreckliche Kopfschmerzen, sie schrie vor Schmerz und Angst. Wieder tanzten Bunte Flecken vor ihren Augen, dann wurde alles um sie herum schwarz.

Kapitel 5: Dämmerzustand

Die nächste Zeit verbrachte Keyla in einer Art Dämmerzustand. Sie war nie richtig wach aber sie schlief auch nie. Die Zeit verlor alle Bedeutung für sie, es spielte in diesem Zustand keine Rolle mehr für sie.  Manchmal quälten sie schreckliche Schmerzen, die wie Messerstiche durch ihren Körper jagten,  in anderen Momenten war ihr Körper völlig taub und sie war sich nicht sicher, ob sie überhaupt noch einen Körper hatte. Sie konnte sich die ganze Zeit über nicht bewegen und hatte das Gefühl, dass sie schwebte. Zuweilen, wenn Keyla eher wach als schlafend war versuchte sie ihre Augen zu öffnen, doch es gelang ihr nicht. Häufig Träumte sie, doch es waren keine schönen Träume, sondern beängstigende, schaurige Alpträume. Sie träumte von einem Jaguar, der immer an ihrer Seite war.

Sie ging eine Lange Straße in einer Stadt entlang. Rechts und links von ihr befanden sich viele Läden und hunderte Menschen tummelten sich auf der großen Einkaufsmeile.  Als Keyla gerade in ein Geschäft gehen wollte, wich der Jaguar von ihrer Seite. Er rannte auf den ersten Passanten zu, den er zu fassen bekam. Im Sprung riss die Raubkatze den hilflosen Menschen um. Seine scharfen Krallen drangen tief in die weiche Haut des Mannes. Letztendlich zerfetzte er dem Passanten brutal die Kehle. Die scharfen Zähne des Tieres drangen durch die Haut des Menschen, als bestünde sie aus Butter.  Blut spritzte und kleine Hautfetzen flogen durch die Luft. Als von dem Mann nichts mehr übrig war, als ein lebloser, blutüberströmter Körper setzte die große Raubkatze ihr Massaker fort. Der Jaguar griff wahllos Passanten an und zerfleischte sie. Keyla beachtete ihn gar nicht, sondern ging -gegen ihren eigentlichen Willen- zu dem ersten Toten. Seine Haut und ein Teil der Muskeln darunter waren vollkommen zerfetzt. An manchen Stellen konnte man die weißen Knochen sehen. Sein Gesicht war fürchterlich entstellt und wenn sie es nicht besser gewusst hätte, so hätte sie behauptet, dass er niemals ein Mensch gewesen war. Der Jaguar hatte ihm den Kiefer gebrochen und auch noch einige andere Gesichtsknochen und ihm fehlte ein Auge, das ein paar Meter weiter als gräulich weiße Masse auf dem Boden zu sehen war. Ihr wurde übel und sie musste sich umdrehen, doch der Anblick, der sich ich dann bot war noch schrecklicher als der vorherige.

Kein lebendiger Mensch war mehr auf der Straße nur noch zerfetzte, blutüberströmte Leichen und Blut, überall Blut. Es Klebte an den Wänden, am Boden und sogar an ihr selbst! Bittere Galle stieg ihren Magen hinauf und sie musste würgen. Langsam Kam der Jaguar wieder zu ihr zurück. Sein Fell hatte nun nichtmehr die goldig gelb-braunen Farben, die seine Rasse normalerweise aufwies, sondern war mit Blut besudelt und färbte ihn fast vollkommen rot. Seltsam. Als die große Katze wieder ihren Platz neben ihr eingenommen hatte empfand sie keinen Ekel mehr den Leichen gegenüber, sondern Genugtuung plötzlich bekam sie Lust es dem Jaguar gleich zu tun, doch es waren keine Menschen mehr da, sie waren alle tot. Wütend schlug sie mit der Faust gegen eine Wand. Das Verlangen zu töten wurde immer größer und die bereits bekannten Schmerzen durchfuhren ihren Körper.
Nun war sie wieder „wach“.

So ging das die ganze Zeit. Wenn sie „schlief“ hatte sie immer wieder diesen Traum und erwachte mit Schmerzen daraus. Wenn sie „aufwachte“ hielten die Schmerzen noch eine Weile an und gingen dann langsam in die Taubheit über, bei der sie jedes Mal wieder zweifelte, ob sie noch einen Körper hatte.  Sie wusste weder wo sie war, noch weshalb sie weder Augen noch Mund öffnen konnte. Sie wusste gar nichts, doch das störte sie komischer Weise nicht. Es war fast so, als hätte es nie etwas anderes gegeben, als diesen Zustand

 

Kapitel 6: Mensch oder Tier?

Keyla war mal wieder in einem der Zustände, in dem sie mehr wach, als schlafend war, als sich plötzlich etwas änderte. Sie hatte immer das Gefühl gehabt zu schweben und momentan konnte sie wieder ihren Körper nicht mehr spüren, doch von einem Moment auf den andere wurde ihr Körper schwer wie Blei und sackte in sich zusammen. Jeder Muskel ihres Körpers schmerzte. Es war wie eine Art Muskelkater,  nur noch 10mal schlimmer. Keyla wollte die Augen öffnen und nachsehen,  was hier bloß geschah, warum sich die Welt um sie herum schon wieder so radikal änderte, doch sie schaffte es einfach nicht ihre Augenlieder zu öffnen. Sie konnte spüren wie ein Händepaar ihre Arme packte, ein anderes ihre Beine. Dann wurde sie auf ein Bett gelegt. Die weiche Matratze gab unter ihrem Gewicht nach und ein leises Quietschen war zu hören. Es  war lauter, als es eigentlich sein durfte. Keyla konnte sich das nicht erklären. Normalerweise wäre es für sie nur ein einfaches Geräusch gewesen, doch nun hallte es laut in ihrem Kopf nach und verstärkte ihre ohnehin schon schrecklichen Kopfschmerzen.  Sie konnte hören, wie eine Tür geöffnet, und dann wieder geschlossen wurde. Schritte auf der anderen Seite.

Durch den Schreck, den sie davon bekam schaffte sie es jedoch endlich ihre Augen zu öffnen. Anfang war alles nur verschwommen, doch dann wurde es klarer, ja fast unheimlich scharf. Sie hatte die Welt noch nie so gesehen. Ihr Blick hing an der Decke und sie konnte jede noch so winzige Unebenheit erkennen.  Sie sah Dinge, die ihr früher nie aufgefallen wären.  Keyla war sich ziemlich sicher, dass sie in einem der schwarzen Räume, mit dem roten Licht war, doch irgendetwas stimmte nicht. Das Licht war nicht wirklich rot sondern wirkt auf sie blasser, fast schon rosa. Außerdem war es zu hell, um es als einen der schwarzen Räume identifizieren zu können. Sie sah an die Wand rechts von ihr. Sie war eindeutig schwarz. Warum empfand sie diesen Raum dann, als normal hell beleuchtet?  Was war nur mit ihr los?

Sie wollte aufstehen, doch es gelang ihr nicht so recht, denn als sie auf ihre Beine sah erschrak sie und stieß einen leisen, heiseren Schrei aus.  Keyla hatte weder Schuhe, noch eine Hose oder Ähnliches an, dafür bedeckte eine wollige Schicht Fell ihre Beine. Ihre Füße bestanden nur noch aus den Fußballen und ihre Ferse war nun da, wo eigentlich ihre Kniekehle hätte sein müssen. Ab da begannen kräftige Oberschenkel, die bis zu ihrer Hüfte reichten.  Die Zehen waren viel kürzer als zuvor und etwas Spitzes ragte aus ihnen. Das waren Krallen! Nun fiel ihr Blick auf ihre Hände. Diese waren irgendwie… runder als zuvor und ihre Finger waren leicht zurückgebildet. Die Fingernägel fehlten gänzlich und wurden, wie ihre Fußnägel von Krallen ersetzt, die in keinen Höhlen an den Enden ihrer Finger saßen.  Ihre gesamten Hände und Arme -und vermutlich auch der Rest ihres Körpers- waren ebenfalls von diesem flaumartigen Fell bedeckt.  

Langsam versuchte sie noch einmal aufzustehen, was gar nicht so einfach war, da sie nur noch ihre Fußballen zum stehen hatte.  Vorsichtig machte Keyla ein paar schwankende Schritte und stellte dabei fest, dass sie nun auch einen Schwanz hatte, der ihr half das Gleichgewicht zu finden. Schon immer wollte sie wissen, wie es ist einen Schwanz zu haben, doch nun hatte sie ihre Meinung geändert und fand ihn erschreckend und abstoßend. Ein paar Meter von ihr entfernt hing ein Spiegel. Vorsichtig, um nicht doch noch zu fallen, ging sie darauf zu und sog erschrocken die Luft zwischen den Zähnen ein. Als erstes erkannte sie das, was sie vor wenigen Sekunden bereits festgestellt hatte. Dann sah sie in ihr Gesicht und ein paar bernsteinfarbene Augen mit halbrunden Pupillen starrten sie daraus an. Ihr Gesicht war insgesamt leicht nach vorn gezogen, die Nase etwas flacher, dafür aber breiter. Ihre Ohren saßen nun weiter oben an ihrem Kopf und waren nun fast rund. Sie öffnete ihren Mund und erkannte spitze Zähne, die elfenbeinfarben glänzten. Erschrocken schloss sie ihn wieder. Ihr gesamter Körper war, wie sie es befürchtet hatte, mit dem Fell bedeckt. Es war orangegelb und wies ein schwarzbraunes Fleckenmuster auf. Entsetzt wandte sich Keyla von ihrem Spiegelbild ab.

Das musste ein schlechter Traum sein! Ihr Blick schweifte durch den Raum und wieder stellte sie fest, dass sie gestochen scharf sehen konnte. Er blieb an einem Käfig hängen, aus dem sie zwei gelbe Augen anstarrten. Es war ein Jaguar. Nein, nicht ein Jaguar, sondern DER Jaguar aus ihrem Traum und er hatte genau dieselben Augen wie sie! Langsam dämmerte Keyla, was mit ihr geschehen war.